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Südkurier, 27.05.2005 |
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VON KLAUS KOCH |
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Schweizer Atomgegner misstrauen Bern |
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Britischer Experte schürt Bedenken gegen Endlager in Benken |
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Das Misstrauen der Eidgenossen gegenüber der eigenen Regierung sitzt tief. Pläne für den Neubau eines Atomreaktors könnten auch die Vorbereitungen der Nationalen Genossenschaft zur Lagerung Radioaktiver Abfälle (Nagra) für das bei Benken geplante Endlager schneller vorantreiben, als gedacht. Der britische Atomexperte John Large schürt Zweifel an der Sicherheit des Konzepts. |
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Benken - "Komisch, dass zur Zeit das Atomkraftwerk bei Leibstadt abgeschaltet ist", redet sich Jean-Jacques Fasnacht, Co-Präsident der Schweizer Initiative "Klar" ("Kein Leben mit atomaren Risiken"), anlässlich einer Veranstaltung im wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gelegenen Weindorf Benken in Rage. "Und trotzdem gibt es keinen Engpass bei der Stromversorgung". Eine Unbekümmertheit in Bezug auf die Versorgungssicherheit, die etliche Abgeordnete im Parlament in Bern keineswegs teilen. Denn der Bau eines weiteren Meilers zusätzlich zu denen, die bereits in Steinwurfweite zum deutschen Ufer an Hochrhein und an der Aare stehen, wird ernsthaft diskutiert. Das bringt Druck in die Debatte um das in 600 Metern Tiefe, im so genannten Opalinuston geplante Endlager. Denn bevor ein weiterer Reaktor entsteht, müsse die Entsorgungsfrage gelöst sein, sagt Moritz Leuenberger, Chef des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Die Voraussetzungen, unter denen eine Expertenkommission der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEO) das Konzept mit nur wenigen Kritikpunkten prüfte, weil sie "die tatsächliche Entscheidung über den Standort in weiter Zukunft" sah, könnten damit zur Makulatur werden. John Large, der schon zahlreiche Lagerkonzepte in Neuseeland, den ehemaligen GUS-Staaten, Finnland und Bulgarien unter die Lupe nahm, kann den Bedenken Fasnachts nur zustimmen, dass in Schweden oder Finnland Zwischen- und Endlagerstätten in wenig bevölkerten Regionen kaum auf Widerstand stoßen. "Wer das weiß, kann über die beengten Verhältnisse bei uns nur erschrecken". Large vermisst beim Nagra-Konzept grundsätzliche Sicherheitsvorkehrungen gegen Probleme beim Transport, gegen "maliziöse Eingriffe", wie es die Nagra formuliert, oder sogar Terroranschläge, gegen die mittlerweile in nahezu allen sensiblen Bereichen auf der Welt vorgesorgt werde. Gegen mögliche Schwierigkeiten, noch dazu am dichtbesiedelten Hochrhein, halte die Nagra lediglich die "ohnehin gewährleistete Einschlusssicherheit" der Transportbehältnisse parat. Bei schätzungsweise 100000 Kubikmetern an schwach-, 40000 Kubikmetern an mittel- und 3000 Kubikmetern an hochradioaktiv verstrahltem Material sei jedoch reger Verkehr zu erwarten. Die Sicherheitsbehälter der Nagra hält Large gegenüber den zusätzlich durch eine Kupferummantelung geschützten schwedischen Containern für eine "Billigvariante", die in etwa dem Unterschied zwischen einem "Oldtimer" und einem Neuwagen entspreche. Dasselbe gelte für die Tunnels, die bei den Skandinaviern auch nach der Positionierung der Behälter in senkrechten Röhren noch zugänglich seien. Die Nagra wolle ihre waagrechten Röhren nach der Verfüllung einfach verplomben. Klar ist, dass die Nagra eher von statischen, also gleich bleibenden Umgebungsverhältnissen ausgeht, während Kritiker wie Large den Untergrund in Bewegung sehen. Schon ein vergleichsweise winziges Leck in nur einem von tausend Behältern könne Wasser eindringen lassen und für erheblichen Druck sorgen, der samt hochgiftigem chemischen Cocktail durch geologische Störzonen entweiche. Der Opalinuston habe mit hundert Metern eine zu geringe Mächtigkeit. Es könne nicht garantiert werden, dass keine Substanzen über wasserführende Schichten, die in lediglich 40 Meter |
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